Update

Ich bin guter Dinge und fühle mich gesund und munter. Das einzige was nicht stimmt ist das was man nicht sieht oder fühlt. Das ist wirklich ein seltsamer Zustand. Wovor ich eine sch…angst habe ist die Röntgenuntersuchung am Montag. Noch eine Hiobsbotschaft wäre wohl ein bisschen zu viel des Guten. Und am Dienstag hab ich meine erste Mammographie… hier das gleiche. Vor dem CT hatte ich keine Angst, vor der Mammo bisher auch nicht. Jetzt aber schon. Das beeinträchtigt mich. Bin ich am Dienstagabend zweimal “ohne Befund” wird´s mir am Mittwoch leichter fallen, in die Klinik zum Vorgespräch zu gehen. Ich habe da – dem tollen Urologen sei dank – ganz schnell einen Termin beim operierenden Oberarzt bekommen und werde dann wohl hoffentlich auch schnell einen OP-Termin haben. Besser heute als morgen. Wenn schon, dann möchte ich das ganz schnell hinter mich bringen.

Allein das Wort Operation erweckt in mir sämtliche vorhandenen Ängste zum Leben und wenn ich alleine bin und ohne Ablenkung, dann kann ich wirklich kaum an irgendetwas anderes denken. Schon deshalb ist es wichtig, dass ich jetzt nicht noch Wochen warten muss. Aber erstmal muss ich MO und DI heil überstehen *bibber*

Vielen Dank nochmal für eure lieben Kommentare. Das bedeutet mir wirklich viel. Auch sonst habe ich sehr viel positive Resonanz bekommen, die mir hilft ohne allzu angstvolle Gedanken in die Zukunft zu schauen. Gestern habe ich den ersten beiden Kunden verkündet, dass ich wohl kurzfristig für ein paar Wochen ausfallen werde. Die erste hat mir einen ganz lieben Brief geschrieben, dass sie zur Not auch Monate auf mich warten würde (hat mich echt gerührt) und beim zweiten Kunden, der wie ein väterlicher Freund ist haben wir nach der Arbeit zwei Stunden nur gequatscht, uns einen Caipi gemixt und ich habe mal kurzfristig an etwas anderes gedacht. Ob die anderen Kunden (12 insgesamt) auch so reagieren werden weiß ich nicht. Ich kann´s keinem verdenken, sich nach Ersatz umzusehen wenn nicht abzusehen ist, wann ich wieder einsatzfähig sein werde. Diese Diagnose ist für mich – als Selbständige – nicht nur lebens- sondern auch existenzbedrohend. Aber darüber mache ich mir die wenigsten Gedanken. Im Moment habe ich mehr Angst vor der Krankenhaussituation.

Ich habe so blöde Gedanken wie: “geh ich vorher nochmal schnell zum Friseur, wer weiß wann ich das wieder kann?” oder “kauf ich mir lieber Nachthemden oder Schlafanzüge?” und “ich muss auf JEDEN FALL sämtliche Bon Jovi Songs auf meinen MP3-Player spielen zum mitnehmen… nur WIE lade ich den dort wieder auf???” Ist schon seltsam, wie der Kopf arbeitet in so einem Fall. Schreibpapier und Stift brauche ich auch und genügend englische Bücher. Am besten ich packe jetzt schon eine Kliniktasche, damit ich auch nichts vergesse… Ich bin halt ein Planer!

Natürlich gibt es auch andere Gedanken. Solche wie… da lebt man 44 Jahre in einer “heilen Welt” und plötzlich ändert sich das von einer Sekunde auf die andere mit einem Wort, das mit K anfängt. Krebs, das haben immer nur die anderen. Man selber ist zum Glück nie betroffen. Auch wenn einem die anderen furchtbar leid tun. Man selber bekommt das nicht. Man achtet ja auf sich und seine Gesundheit. Ich habe nie geraucht, trinke ganz selten und wenn dann ganz wenig Alkohol, esse gesund, lebe gesund, fühle mich gesund. Und dann das. Man glaubt es nicht. Weil nicht sein kann was nicht sein darf. Selbst als ich morgens beim Hausarzt das Wort zum ersten Mal gehört habe, dachte ich der irrt sich doch sicher. Aber der Urologe hat es mir dann abends auf den CT Bildern gezeigt. Ich hab´s mit eigenen Augen gesehen. Sehr groß und sehr dunkel. Sprichwörtlich und tatsächlich. Nicht wegzuleugnen. Keine kleine Operation aufgrund der Größe des Karzinoms. Ein großer Schnitt am Oberbauch. Nur noch eine Niere zu haben ist auch ein noch nicht vorstellbarer Gedanke. Wenn mit der dann was sein sollte… was dann? Klar kann man damit leben. Aber man muss noch mehr auf sich achten. Trotzdem kommen so Ideen auf wie “nie mehr richtig gesund zu sein” oder “nie mehr einen Bikini tragen zu können” (nicht dass ich das in den letzten Jahren getan hätte, aber ich hätte KÖNNEN – danach nicht mehr). Man schaut sich im Spiegel an und fragt sich, was aus einem wird, wie man hinterher aussehen wird. Solche Dinge. Es kommen immer mehr vermeintliche Kleinigkeiten dazu, die aber alle irgendwie relevant sind. Heute gesund, kräftig, leistungsfähig, immer gut gelaunt. Dann plötzlich alles anders. Außer gut gelaunt. Ich glaube, das wird mir nie abhanden kommen. Ich hoffe es zumindest. Bisher ist es noch da und hält mich am Leben und die anderen davon ab depressiv zu werden.

Genug geschwafelt! Aber ich musste mal ein paar meiner kreisenden Gedanken los werden.

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14 Comments

  1. Barbara sagt:

    Solche “Planungen” habe ich vor meinem bisher einzigen stationären Krankenhausaufenthalt vor dreieinhalb Jahren auch gemacht – ich denke, dass ist für uns “Planer” ganz normal :greenwink:

    Das mit dem Krebs ging mir genauso, das kriegen nur die anderen – bis es meine Mutter erwischt hat (was leider nicht gut ausgegangen ist) und kurz danach meine Tante (was hoffentlich gut ausgeht). Auf einmal ist man selber – wenn auch in meinem Fall nur indirekt – betroffen…

  2. Bini sagt:

    Ganz normal also… gut zu wissen! :greenbiggrin:

    Man hat halt einfach ein Problem damit, es zu realisieren. Man denkt immer, man wacht am nächsten Morgen auf und alles war nur ein böser Traum. Dass es bei Deiner Mutter nicht gut ausgegangen ist tut mir sehr leid. Für Deine Tante wünsche ich euch das allerbeste…!

  3. patsy sagt:

    Es klingt banal, aber es ist nunmal so, dass jeder Mensch die “Zutaten” dafür im Körper hat, egal wie er sich ernährt und was er tut. Wenn der Cocktail geliefert werden will, dann tut er´s, egal ob gerecht oder nicht.
    Das du jetzt an alles mögliche denkst ist (denke ich mal) normal, ich glaub, mir würde es da nicht anders gehen.
    Zum Glück hast du viele Menschen die an dich denken und dir zur Seite stehen werden, auch wenn sie dir die Sorgen oder Gedanken nicht nehmen können, so tut aber allein dieses Wissen, nicht alleine da zu stehen, doch auch unheimlich gut. Und deshalb knuddel ich dich jetzt auch noch mal :greencuddle: :greenbiggrin:

    • Bini sagt:

      Dankeschön!! :greengirl: Ja Du hast Recht, Anteilnahme tut gut – ebenso wenn man Zuhörer hat, die einfach nur da sind. Habe eben lange mit meinem Bruder telefoniert, von dem ich sonst nicht viel höre, aber wenn man ihn braucht, dann ist er da und das ist wirklich gut zu wissen.

  4. Donna sagt:

    Oh Bini, alle Gedanken und Überlegungen sind erlaubt!!!!
    Und du als Planerin kannst dir zumindest schon TO-DO-Listen schreiben…

    Ich denke an dich und drücke dir ganz fest die Daumen!

    LG -Donna

    • Bini sagt:

      Ja, eine To-Do-Liste hab ich schon und eine Tasche für die Klinik steht auch schon bereit und wartet drauf, gefüllt zu werden. Dann hat man´s aus dem Kopf und Platz für wichtigeres. Dankeschön für´s Daumendrücken, kann ich gut gebrauchen!!

  5. Mark sagt:

    Leider kann ich Dir aus der Ferne nur meinen seelischen und praktischen Beistand anbieten.
    Also 1.: Ja, gehe zum Friseur! Du wirst Dich danach besser fühlen und wer weiß wann Du es wieder kannst.
    2.: Anja sagt kauf Nachthemden die oben zum Knöpfen sind. Sind einfach praktischer als Schlafanzüge. Grund für diese Aussage sind die Erfahrungen mit Katheder und diversen Schläuchen wie Zentralzugang, Tropf, etc.
    3.: Kauf Dir ein Ladekabel für den MP3-Player. Steckdose ist vorhanden. Hast Du eigentlich die 100.000.000 Fans Can’t Be Wrong? Wenn nicht gib mir die Adresse und ich sende sie Dir zu.
    4.: Bikini? Warum nicht? Anja hat mittlerweile so viele Narben das ich sie schon Mrs. Frankenstein nenne wenn ich sie ärgern will. Sie trägt immer noch Bikinis. Man muss sich auch mit seinen Fehlern lieben and I think you’re a person who gives a fuckin’ shit on that what other people think.
    5.: Sonstige Eitelkeiten wie Aussehen sind jetzt doch wohl eher zweitranging. Konzentriere Dich darauf wieder auf die Beine zu kommen. Der Rest folgt automatisch nach.
    Tja, das sind die kleinen unbedeutenden Kleinigkeiten die ich Dir im Moment sagen kann. Wenn Du sonst irgendwelche Fragen krankenhaustechnischer Art hast scheu Dich nicht sie zu stellen. Du kennst ja nun unsere Geschichte und wir sind wahrlich Krankenhaus erprobt. :greenglasses:

    • Bini sagt:

      Mark, Du scheinst ebenso praktisch veranlagt zu sein wie ich. Das mit dem Friseur werde ich definitiv machen, wenn mir noch Zeit dazu bleibt – die nächsten 3 Tage sind schon verplant – und ein paar Nachthemden für den Anfang sind sicher besser, auch wenn ich die Dinger omadoof finde…

      Richtig, mir ist es egal was ANDERE über mich denken, aber nicht was ich selbst über mich denke und wie mich sehe. Ich trage nie Bikinis weil es dazu keine Gelegenheit gibt (liege weder am Strand noch gehe ich ins Schwimmbad) aber als Frau macht man sich Gedanken, wie das dann wohl hinterher aussieht mit einer Narbe auf dem Bauch… ist einfach so. Nur so Gedanken, ich verzweifle nicht daran. Aber drüber nachdenken darf ich doch…

      Eitelkeiten sind unwichtig, das stimmt. Aber Wohlfühlen ist wichtig und da gehört nunmal so einiges dazu.

      Mein MP3-Player lädt sich per USB auf. Gibt´s da Adapter? Muss ich mal schauen.

      Ich habe ALLES was es von Bon Jovi gibt (und mehr…), aber ich danke Dir ganz herzlich für Dein Angebot!!! :greengirl:

      Das mit den krankenhaustechnischen Fragen könnte noch kommen, danke für das Angebot. Ist nicht schlecht, wenn man jemanden kennt, der das alles zumindest ähnlich schon durch hat… Danke euch beiden!!

  6. Arven sagt:

    Auch von mir alles Liebe und Gute…
    Auch ich hatte die Diagnose “K” in der Familie.
    Pass auf dich auf, sei ein bisschen egoistisch und tu einmal das was dir gut tut! Auch Gedanklich und emotional. Je stabiler die Psyche ist, desto weniger Chancen hat das K.

    Lieben Gruss, Arven

    • Bini sagt:

      Dankeschön, das werde ich tun! Nicht so einfach wenn man Familie hat und für den Lebensunterhalt mit Sorge trägt, aber ich werd´ mich bemühen. Um so schneller bin ich dann wieder die “Alte”. :greenglasses:

  7. Huhn sagt:

    Mein lieber Gatte hat mir alles vorgelesen. Nun aber auch von mir persönlich nochmal: Ich wünsche Dir ganz viel Glück, einen kurzen Krankenhausaufenhalt und…. alles wird gut.
    Kreisende Gadanken bekommt man gut mit ewas autogenen Trainig und Konzentration auf die Atmung im Griff.
    Alles Liebe, Anja

  8. Bini sagt:

    Danke Dir, Anja! Auf Autogenes Training kann ich mich im Moment gar nicht konzentrieren. Geht einfach nicht. Am besten ist Ablenkung, reden, was anderes tun, fernsehen… irgendwas. Ansonsten denke ich halt wirklich immer nur DARAN, vor allem weil ich solch einen Horror vor dem Klinikaufenthalt habe. Jede Kleinigkeit, die sich da ergeben könnte, erschreckt mich total und ich spiele halt diverse Situationen im Kopf durch. Das gibt eine gewisse Sicherheit, damit ich dann in der Situation damit umgehen kann und nichts überraschendes auf mich zukommt, denn dann kommt logischerweise die Panikattacke… Das ist halt meine Art, meine Ängste zumindest etwas im Zaum zu halten.

  9. Angi sagt:

    Huhu Bini,
    viel bleibt nicht mehr, was ich noch sagen könnte – die anderen haben alles schon gesagt. Möchte mich dennoch anschließen und dir für morgen schon mal alles Gute wünschen und ich drücke die Daumen und werde bestimmt den ganzen Tag an dich denken.
    Ich drück dich ganz feste, :greencuddle:
    Angi

  10. Bini sagt:

    Danke, liebe Angi! Das Daumendrücken hat geholfen!! Drück zurück!! :greencuddle:

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